«Auf Sendung»: Faktencheck – Wie SRF Desinformation entlarvt

«Auf Sendung»: Faktencheck – Wie SRF Desinformation entlarvt

Gleich zu Beginn wurde deutlich, vor welchen neuen Herausforderungen der Journalismus steht: Moderne KI-Technologien ermöglichen täuschend echte Bilder und Videos, sogenannte Deepfakes. Oft sind es nur kleinste Unstimmigkeiten, die auf eine Manipulation hinweisen. Technische Hilfsmittel können dabei unterstützen, ersetzen aber nicht die menschliche Analyse. Erfahrung und kritisches Denken bleiben entscheidend.

Wie überzeugend solche Inhalte wirken können, zeigte ein praxisnahes Beispiel: Ein Video mit Hasen, die auf einem Trampolin hüpfen, diente als Einstieg in den Workshop. Die Teilnehmenden wurden direkt einbezogen und gefragt, ob das Video echt sei oder nicht – und woran sich ein möglicher Fake erkennen lässt. Im Verlauf des Workshops folgten zahlreiche ähnliche Beispiele. Immer wieder wurde das Publikum herausgefordert, Bild- und Videomaterial zu beurteilen, und tappte dabei nicht selten in die Falle. Inhalte, die echt wirkten, entpuppten sich als manipuliert, während vermeintliche Fakes tatsächlich authentisch waren. Diese Erfahrung machte eindrücklich sichtbar, wie schwierig die Unterscheidung zwischen Realität und Manipulation geworden ist.

Faktenchecks sind ein zentraler Bestandteil journalistischer Arbeit. Ihr Ziel ist es, zu verhindern, dass falsche oder irreführende Informationen über die Kanäle von SRF verbreitet werden. Die Verantwortung gegenüber dem Publikum steht dabei im Mittelpunkt. In den vergangenen Jahren haben die Herausforderungen deutlich zugenommen: Über Social Media verbreiten sich Inhalte in rasantem Tempo und oft ungeprüft. Gleichzeitig erschweren KI-generierte Inhalte und Deepfakes die Einordnung zusätzlich, umso wichtiger ist eine sorgfältige und systematische Überprüfung.

Ein zentrales Werkzeug ist OSINT (Open Source Intelligence), also die Recherche mit öffentlich zugänglichen Quellen. Dabei werden verschiedene digitale Methoden kombiniert, um Inhalte systematisch zu überprüfen. Der Faktencheck bei SRF folgt einem klar strukturierten Vier-Säulen-Prinzip: Zunächst wird in einem Plausibilitätscheck geprüft, ob eine Behauptung grundsätzlich stimmig ist – etwa hinsichtlich Zeit, Ort und Kontext. Anschliessend hilft die Bilderrückwärtssuche (z. B. mit Google Lens oder TinEye) festzustellen, ob ein Bild bereits früher in einem anderen Zusammenhang verwendet wurde. Ergänzend wird die Glaubwürdigkeit von Quellen und Profilen geprüft. Als besonders anspruchsvoll gilt die Geolokalisierung: Dabei wird anhand von Details im Bild – etwa Gebäuden, Landschaften oder Schattenverläufen – der Aufnahmeort bestimmt, unterstützt durch Tools wie Google Maps oder Satellitenbilder.

Der Workshop machte deutlich: Nicht alles, was überzeugend aussieht, ist auch wahr. Erfolgreicher Faktencheck bedeutet, verschiedene Methoden zu kombinieren und Informationen konsequent aus mehreren Quellen zu prüfen.